Nie wieder Strato

Wie einigen bekannt sein mag, bin ich vor etwa sechs Monaten von meinem ehemaligen Strato Webhoster zu All-inkl.com gewechselt, da bei Strato die Server offenbar noch mechanisch laufen und FTP-Zugang eher so eine Art keltisches Ritual zu sein scheint.
Doch Oh Freude: Strato hat meine schriftliche Kündigung einfach nicht vollständig ausgeführt, sondern ohne mich zu informieren eine Domain nicht dem neuen Provider übergeben und behalten. Dadurch, so Stratos Aussage per Email, konnten sie leider mein Hostingpaket nicht löschen.
Ich ging nachdem ja meine aktiven Domains alle umgezogen waren und ich auf den KK-Anträgen angekreuzt hatte, dass ich sämtliche Strato Dienstleistungen kündigen möchte davon aus, dass ich von diesem Webhoster befreit wäre.
Nun flattert mir vor ein paar Tagen eine Rechnung des Inkassounternehmens Schimmelpfeng in den Briefkasten die mich dazu aufforderte 60€ für mein Paket nach zuzahlen, sowie satte 40€ Bearbeitungs- und Mahngebühren. Wie sich herausstellte, hatte Strato erfolglos versucht per Lastschrift das Geld vor einem Monat von meinem leeren Konto abzubuchen.
Sollte man denn nicht denken, man würde vor solch drastischen Mitteln wie einem Inkassounternehmen eine einzige Mahnung oder zumindest eine Zahlungserinnerung erhalten? NEIN!
Denn wie mich Schimmelpfeng freundlicherweise in ihrer Rechnung belehrten wurde das BGB offenbar etwas umgeschrieben:

“Aufgrund des seit 02.05.2009 bestehenden Zahlungsverzugs sind Sie gemäss §§ 286ff. BGB zur Erstattung der durch unsere Inanspruchnahme entstandener Kosten verpflichtet.”

Nach diesem Paragraphen, ist es nicht mehr nötig den Schuldner vor einem Verzug abzumahnen, da er nach 30 Tagen ohne Zahlung automatisch im Verzug ist.
Allerdings heisst es dort auch:

“dies gilt gegenüber einem Schuldner, der Verbraucher ist, nur, wenn auf diese Folgen in der Rechnung oder Zahlungsaufstellung besonders hingewiesen worden ist.”

Allerdings findet sich in keiner der Stratorechnungen ein Hinweis auf diese neuen Umstände, was sie allerdings wie erwähnt, nicht davon abhielt mich von einem Inkassounternehmen abzocken zu lassen.
Da die Stratomitarbeiter nun offenbar große Probleme mit der deutschen Sprache haben und starke Verständnissprobleme beim lesen von Kündigungen und Gesetzbüchern haben, werde ich ihnen meine erneute Kündigung dieses mal zur Sicherheit per Email, Fax UND Einschreiben zukommen lassen.

In diesem Sinne: VIELEN DANK STRATO!

14 Kommentare zu diesem Beitrag

FK1

20. Juni 2009 um 18:48 Uhr Permalink zu diesem Beitrag Diesen Beitrag zitieren

Hossa Hayungs!
Ich schätze mal, daß du das eh schon geregelt hast und deine “Strategie” hast, aber solltest du es tatsächlich noch nicht wissen: Inkasso-Unternehmen sind private Personen wie Du un ich! Ergo musst du denen mit Zahlungen nicht nachkommen. Ich war mal in eine Situation wo ich ebenfalls Schreiben von “Inkasso-Gangstern” bekam und auch von den gewichtigen BGB § eingeschüchtert war. Ich zur Verbraucherschutzfiliale gedackelt und die sagten mir das, was ich dir nun mitgeben möcht und auch in etlichen Foren gelesen werden kann: Solange keine gelben Umschläge vom Gericht kommen bist du zu nichts verpflichtet (außer zu den Modalitäten deines Vertrags). Ob man es so weit kommen lassen will ist eine andere Sache aber einschüchtern sollte man sich nicht lassen von solchen Banditen die mit der Dummheit anderer Kasse machen!

In diesem Sinne: Rock On!
babaa

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fwolf

20. Juni 2009 um 22:45 Uhr Permalink zu diesem Beitrag Diesen Beitrag zitieren

wie halt bei Arcor - da gehts nur per Einschreiben. Alles andere (selbst mein Nachname) ist zu schwerer Tobak.

Da kann mein Kater besser lesen, schreiben und Namen verstehen als die Leute.
Vermutlich selbes Call(Deppen)Center.

cu, w0lf.

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Christoph

21. Juni 2009 um 00:17 Uhr Permalink zu diesem Beitrag Diesen Beitrag zitieren

Moment mal. Hat All Ink. keine Transferantrag gestellt oder warum hat Strato die Domain nicht freigegeben? Falls All Ink vergessen hat den Transfer zu starten würde ich da mal nachhaken. Anderenfalls hat Strato Unrecht. So oder so würde ich das nicht bezahlen.

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DerKeks

22. Juni 2009 um 10:56 Uhr Permalink zu diesem Beitrag Diesen Beitrag zitieren

Inkassounternehmen arbeiten doch, das sollte eigentlich bekannt sein, in erster Linie mit Einschüchterung. Jeder Zweite knickt da schon ein weil Argumente die sich so weit entfernt auf geltendes Recht stützen, dass die fast abrutschen immernoch sehr alamierend wirken.

Das Mahnungen nun komplett abgeschafft wurden ist mir vollkommen neu. Die geniale Stolperfalle, dass vorher in Verträgen aber darauf hingewiesen werden muss, dass es keine Mahnungen geben wird schreit doch danach, dass die von der Inkassoindustrie eingeführt wurde :)

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Thomas Sluga

24. Juni 2009 um 08:50 Uhr Permalink zu diesem Beitrag Diesen Beitrag zitieren

Gelesen und möchte mich auch mal kurz zu äußern.Ein Inkasso - Unternehmen zu beauftragen ist natürlich nicht die feine Art. Eine einfach Zahlungserinnerung per E-Mail bei Kunden ist doch seriöser. Wie man mit solchen Forderungen umgeht, ist jedem selbst überlassen. Ein gerichtliches Mahnverfahren kann aber als “Schuldner” auch mal schnell teuer werden.Das mit den 3 Mahnungen ist eher eine kaufmännische Gepflogenheit ( wie es mein Prof immer nannte ).Mahnen muss man gar nicht, sollte man aber, wenn man sein Geld haben will und um zu zeigen, dass der Kunde im Verzug ist.

Bei einer Kündigung ( und einem Beleg der Kündigung ) würde ich die Zahlung jedoch nicht begleichen.Der Fehler liegt hier bei Strato.

Bezüglich

“dass ich von dieser Plage von Webhoster befreit wäre.”

und auf Bezug zu § 185 StSG würde ich den Beitrag etwas bearbeiten.Bin jedoch kein jurist, bis auf einige Vorlesungen.

“hatte Strato erfolglos versucht per Lastschrift das Geld vor einem Monat von meinem leeren Konto abzubuchen.”

Amüsant.Ich werde mich um die nächsten Grafiken bemühen.

Zum Schluß. Mahngebühren/Bearbeitungsgebühren sollte man erst erheben, wenn der Schuldner in Verzug ist.Vorher wird es als Zahlungserinnerung verstanden und es fallen keine Gebühren an ( bzw. müssen vor Gericht vom Unternehmen belegt werden ).Ist der Schuldner in Verzug ( 30 Tage ) so sind Gebühren zwischen 2.50 und 5.00 EURO zulässig.

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Tobi

25. Juni 2009 um 14:01 Uhr Permalink zu diesem Beitrag Diesen Beitrag zitieren

Ich kann das total nachempfinden! Aber es ist ja leider auch so scheiße geregelt, dass man sich sorgen muss, ob man wegen der verhältnismäßig kleinen Summe einen negativen Schufa-Eintrag riskieren will… ich war mal in einer ähnlichen Lage, ging dabei aber um 25 EUR oder so. Und da habe ich dann gezahlt, weils mich mehr Zeit (und damit Arbeitszeitverlust) gekostet hätte, da nachzukriechen…

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Marcel

25. Juni 2009 um 21:50 Uhr Permalink zu diesem Beitrag Diesen Beitrag zitieren

Omg. Das ist ja echt super Kundenfreundlichkeit. Ich war zum Glück noch nie Kunde bei Strato und werde es jetzt auch sicher nicht mehr werden. Ich kann mir aber auch kaum vorstellen das du das Bezahlen musst, aber allein schon wie die Vorgehen heißt ja das die eigentlich nicht besonders daran interessiert sind viele Kunden zu haben.

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beau

4. November 2009 um 17:25 Uhr Permalink zu diesem Beitrag Diesen Beitrag zitieren

moin, ich kann nur sagen STRATO ist das ALLERLETZTE!

hatte mir kürzlich ein powerplus paket gebucht was natürlich sofort und in einer gesamtsumme abgebucht wurde. dieses paket beinhaltete drei freimonate von denen einer bei mir nicht angerechnet wurde(versehen!!). nachdem ich dann auch noch feststellen musste das die leistungen bei näherem hinschauen (tests) für meine bedürfnisse gar nicht ausgereichen habe ich mein paket im rahmen der zweiwöchigen kündigungsfrist abgestoßen. seitdem habe ich einen emailkrieg ohne gleichen. zeitgleich hatte ich einen shop bei strato gekündigt und dort noch einen restbetrag von 19,90€ zu zahlen. ich schlug vor mein guthaben bei strato mit der forderung zu verrechnen. das schien die buchhaltung von strato vollkommen zu überfordern und ich bekam stattdessen eine mahnung plus mahngebühren. der support meldete sich erst drei tage später per email auf meine anfrage und schlug mir eine lösung vor bei der ich wieder zu bezahlen hatte. zwei stunden später trudelte schimmelpfeng inkasso ein.
fakt ist, strato hockt auf meinen 42 € von denen ich nicht weiß wann ich sie wiederbekomme und schickt mir gleichzeitig inkasso.

ich habe parrallel bei siteground.com in den usa einen account und kann die firma jedem empfehlen der einen provider sucht, der nicht um jeden technischen standard ein tierisches gewese macht.

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Volker K.

8. März 2010 um 17:41 Uhr Permalink zu diesem Beitrag Diesen Beitrag zitieren

.. bin seit 2006 bei Strato und jetzt erstmals mit einer Monatsrate von 19,90 Euro in Verzug geraten. Mahnung kam erst gar keine, sondern sofort ein Schreiben der Delta-Forderungsservice OHG, mit 10 Euro Mahnspesen, 18 Euro Inkassokosten und 1,75 Euro Konoführungskosten.

Ein wirklich kundenoritiertes Vorgehen ;-)
Werde also kündigen und dann nie wieder STRATO AG !!!!!!

Grüße, Volker

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Klaus-Dieter

22. Januar 2012 um 14:28 Uhr Permalink zu diesem Beitrag Diesen Beitrag zitieren

Ich will mal was zu dem Thema Inkassobüro, explizit diesem Schimmelpfennig sagen: Leute, scheisst auf deren Schreiben, die sind vollkommen unseriös!

Ich hab ebenfalls Spässchen mit STRATO gehabt. Worum es ging, ist Nebensache, auf jeden Fall hat STRATO die Sache ebenfalls dieser Schimmelfirma übergeben.
Aus einer Summe von 40,- Euro wurden ratzfatz schimmelige 110,- Euro, allerdings ohne jegliche Erklärung, wie sich diese Differenz zusammensetzt.

Aussage meines Anwalts: Schmeiss die Schreiben in den Müll!!! Das mache ich seit einigen Jahren (das läuft nun schon seit 6 Jahren, jedes halbe Jahr bekomme ich Post von denen). Und jedesmal dieselbe Reihenfolge: Erstes Schreiben: “Beim nächsten Schreiben ziehen wir vor Gericht”, im nächsten Schreiben steht dann: ” Möchten Sie nicht bitte bezahlen?”
Mein Anwalt meint, dass wir denen aufgrund unseriöser Aufbuchung der Zahlungssumme vor Gericht einen reinwürgen könnten.

Absolutes Kicherunternehmen. Schimmelpeng = NICHT ZAHLEN!!!

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Angélique

12. Juni 2016 um 22:23 Uhr Permalink zu diesem Beitrag Diesen Beitrag zitieren

Oh schade schade dass ich nicht schon früher das elesen habe, denn nun habe ich selber sehr schlechte Erfahrungen mit Strato gemacht! Habe alle webseiten bei denen gekündigt und kann auch nur warnen vor absolut unseriösen Machenschaften dieser Firma.
Strato hat mich am Telefon zum ausprobieren des Rankingcoach überredet. Ich solle ihn einfach mal kostenlos 1 Monat ausprobieren und bei nicht gefallen kann ich ihn innerhalb eines Monats problemlos kündigen. Ich würde dann in den nächsten Tagen einen link kriegen zur Freischaltung. Tja dieser link kam nie. Aber plötzlich eine Recnung. Als ich daraufhin angerufen habe und mich beschwert habe, sagte man mir am Telefon ich hätte jederzeit auf der Webseite mich einloggen können um ihn zu nutzen. Ich teilte der Dame daraufhin mit, das ich den Rankingcoach nun weder ausprobieren noch haben möchte, weil mir das mit solchen Metoden gegen den Strich geht. Sie sagte es wäre kein Problem und sie würde ihn aus meinem Paket nehmen.
Von wegen! Mittlerweile werde ich auch von dieser Deltafirma mit Briefen bedroht!! Ich kann auch nur sagen Finger weg von solchen Firmen!!

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Santiago

25. Juni 2016 um 11:35 Uhr Permalink zu diesem Beitrag Diesen Beitrag zitieren

Angelique, hast Du Briefe von der Deltafirma jetzt weggehauen oder die bezahlt? Ich hab auch solche Briefe bekommen, fand die total unseriös (Ich musste meine Daten auf der Rückseite ausfüllen, wie unseriös ist das denn??) weiß aber nicht, was ich jetzt damit machen soll…

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Angelique

26. Juni 2016 um 12:48 Uhr Permalink zu diesem Beitrag Diesen Beitrag zitieren

nein Santiago, ich habe denen eine mail geschrieben dass ich nichts bezahlen werde und die Forderung von Strato meinem Anwalt übergebe. Und auch dass ich keine weiteren Schreiben von ihnen mehr beantworten werde. Seitdem ist nichts mehr gekommen. Ich würde NIEMALS irgendwas ausfüllen von solchen kriminellen Inkassofirmen, sondern immer gleich einen passenden Paragraphen schicken und danach ignorieren. Oder das ganze gleich einem Anwalt übergeben.

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