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Protest 2.0

Geschrieben am 3. October 2007 | 7,444 views

Eine Gemeinschaftsproduktion

Morgen ist der große Tag. In Myanmar/Burma/Birma metzelt sich die Militärjunta quer durch die Bevölkerung… aber Vorsicht, die globale Blogosphäre erhebt sich energisch zum Protest!

burma

Es wird also ein Banner in das Internet gestellt. Das bedeutet, dass jeder Blogger geschätzte 60 Sekunden seiner Zeit für den Protest opfert. Der Protest findet zum Großteil in Blogs statt, wo die Medien tendenziell eher nicht hinschauen. Politiker auch nicht, vor allem wenn sie sich wie Generäle von Myanmar/Burma/Birma gerade im Kriegszustand befinden.

Freilich ist nicht zu bestreiten, dass sich der 4. dieses Monats positiv auf das Selbstverständnis der Blogger auswirken wird. Denn einmal hat man in globaler Einigkeit etwas unternommen! Man hat einen Banner ins Internet gestellt.

16 Comments »

  1. […] Eine schwere Frage. Alles sehr lobenswert und sicherlich mit guten Gedanken versehen. Ich selbst möchte keine Diskussion lostreten und eigentlich hier auch keine politischen Statemens abgeben. Nur soviel: Fange ich hier an, dann muss ich konsequent sein und bei allen mitmachen. Anderseit sehe ich es tendenziell auch eher so wie Christian. […]

    Pingback by momworx » Free Burma oder warum mitmachen? — 3. October 2007 @ 02:45

  2. Noch einfacher ist es nur, einen zynischen Kommentar zu schreiben. Und davon hat dann wirklich niemand was. (Naja nicht ganz. Ich musste über das Bild schon lachen.)

    Die Idee hinter der Aktion ist es, den Menschen in Burma den Rücken zu stärken und zu zeigen, dass sie nicht alleine sind. Klar, das ist schwierig. Klar, man könnte man mehr machen.

    Hast du eine bessere Idee?

    Comment by Jeck Pixelbrei — 3. October 2007 @ 13:22

  3. Sicher blogt man sich sein Gewissen rein mit dieser Aktion, aber was soll man tun?
    Spenden? – Wo geht die Kohlen hin? Und wovon spenden???
    Runter fliegen und dem General in den Arsch treten? – …und am Ende noch drauf gehen?
    Meinem Abgeordnetem einen Brief/Fax/Mail/SMS schreiben? – Als ob der sich damit befasst?!

    Also was hat man als europäischer Blogger, der fest in die Gesellschaft eingebunden ist, und sich schwer von deren Vorzügen lossagen kann für Möglichkeiten? Alle Stränge durchtrennen, die Gesellschaft hinter sich lassen und eine Che Guevara Karriere hinlegen?
    Selbst wenn ich mich mit buddhistischen Mönchen vor’s Rathaus stelle, hat das keine Wirkung, denn deutsche sind meist dumm, desinteressiert und suchen den einfachsten Weg – Weggucken (Das hat ja vor’n paar Jahrzehnten auch funktioniert!).

    Das ist keine Entschuldigung sich nicht aktiv einzubringen, aber ich sehe für mich gerade keine andere Möglichkeit um dem bemerkenswerten Aufstand dort zu unterstützen als Solidarität zu zeigen!

    Comment by emuman — 3. October 2007 @ 13:22

  4. @Emuman
    empfindest du das kommentarlose einstellen eines Banners als aktives Einbringen?
    Wird die Blogosphäre jetzt bei jedem Krieg, Terroranschlag oder Skandal erstmal geschlossen ein vorgefertigtes Banner ins Internet stellen, obwohl das Thema bereits in sämtlichen großen Medien breitgetreten wurde?
    Wenn man hier bereits einsieht, dass solche eine Aktion keine Früchte trägt, dann sollte man seine Zeit lieber damit verbringen Geld an Menschenrechtsorganisationen, Greenpeace oder das Obdachlosenheim gegenüber zu Spenden, um seinen Beitrag für eine bessere Welt zu leisten.

    Comment by Hayungs — 3. October 2007 @ 14:16

  5. “empfindest du das kommentarlose einstellen eines Banners als aktives Einbringen?”

    Mit der Argumentation müsste man auch Demonstrationen für sinnlos erklären. Denn wenn ein Mensch eine Straße langspaziert bringt das gar nichts. Wenn es aber tausende sind, ist es zumindest eine (deutlich plazierte) Nachricht – und das gilt auch für solche Aktionen.

    Ich halte es durchaus für sinnvoll bei einer solchen Aktion mitzumachen und sie weiterzutragen. Wenn nur ein paar Leute in Burma mitbekommen, was hier läuft und sie dadurch einen “Wir sind nicht allein”-Motivationsschub bekommen, hat sich das “einstellen eines Banners” schon gelohnt.

    Comment by Jeck Pixelbrei — 3. October 2007 @ 15:32

  6. Es geht ein Ruck durch die Blogossphäre!!!!

    Entgegen meiner Blogingüberzeugung komme ich jetzt mal zu einem Ernsten Thema und das in Grammatikalisch fast richtig.
    Ein privat/personal Blog ist eine Angelegenheit die man immer mit einem Augenzwinkern betrachten sollte. Er soll unterhalten und kur…

    Trackback by ..::magdeblog::.. — 4. October 2007 @ 05:10

  7. […] Bei allem Selbstbewusstsein: Ich bin echt froh dass ich mit meiner Meinung zu diesem Thema nicht ganz alleine bin. […]

    Pingback by chauvi.blog » Blog Archive » Kein Blogstreik heute — 4. October 2007 @ 10:22

  8. schön das jemand den gleichen gedanken hegt!

    irgendwie scheint das mit dieser trackback funktion doch nicht so hinzuhauen wie gedacht!

    aber was solls ich war mal so frei deine sehr coole zeichnung zu klauen um sie passend zum thema auf meiner webseite zu verlinken!

    ich hoffe du/sie haben nichts dagegen!

    Comment by Basti — 4. October 2007 @ 12:21

  9. Warum nur glauben so viele Blogger (die Mehrheit?), dass Blogs irgendwas wesentliches, großes verändern können? Nach all den Jahren der Nichtbeachtung sollte doch langsam allen klar sein, dass man mit maßloser Selbstüberschätzung im Hinblick auf die Wirkung und Strahlkraft eigener “Aktionen” nicht weit kommt.

    Comment by Konrad — 4. October 2007 @ 13:12

  10. Irgendwie sind Blogs doch die Demos der Zukunft, oder? Also von wegen Strahlkraft – man muss vielleicht auch nur die Leute mal dazu bringen, hier Meinungen oder Stimmungen zu suchen.

    Und wenn ich überlege, wie wenig Leute wählen gehen – da könnte man ja meinen, es hätte niemand mehr eine Meinung. Aber vielleicht hat sich nur das Medium geändert, in dem wir unsere Meinung kundtun.

    Ich selbst hab allerdings mein Blog heut auch nicht burmaisiert. Weil ich tatsächlich denke, dass es den Burmesen nicht hilft. Und dass es auch nicht bei ihnen ankommt, dass man damit hier in Dtl Solidarität bekundet hat.

    Hier wär eine Demo auf der Straße sicherlich effektiver wie es Basti vorschlägt ;o)
    Dat würd bestimmt im Fernsehn kommen, wenns nur groß genug ist.

    Comment by Maja — 4. October 2007 @ 19:16

  11. […] Kritische Stimmen Welche kritischen Stimmen gibt es dazu auf den deutschen Blogs? Neben der Unzahl an positiven Stimmen, um auch mal diese Seite zu zeigen, die mindestens ebenso wichtig ist (jeweils im Kontext eines gesamtheitlichen Textes herausgegriffen, also nicht für sich alleine dastehend interpretieren!). Habe mich in deutschsprachigen Blogs umgeschaut, im Ausland sieht es sehr ähnlich aus: Diese Aktion wird, wie so viele andere, sehr schnell vergessen sein, weil es an der Nachhaltigkeit fehlen wird. Ich gehöre noch der “alten 68´er” Generation an, wir gingen monatelang auf die Straße… Natürlich ist es gut die Menschen in Deutschland mal so ein bisschen auf das Leid in anderen Ländern zu stoßen, allerdings ist der Grund dahinter, nämlich ihnen zu zeigen, dass es uns hier in Deutschland viel besser geht nicht gerade sehr edel. Schon in spätestens 2 Monaten wird niemand mehr ein Wort darüber verlieren. Dann heißt es nur noch “Hey, kannst du dich noch an diese Mönche da erinnern” und man wird antworten “Achja, das war wie der Tsunami damals in… ach ich hab vergessen wo”. Es wird also ein Banner in das Internet gestellt. Das bedeutet, dass jeder Blogger geschätzte 60 Sekunden seiner Zeit für den Protest opfert. Der Protest findet zum Großteil in Blogs statt, wo die Medien tendenziell eher nicht hinschauen. Politiker auch nicht, vor allem wenn sie sich wie Generäle von Myanmar/Burma/Birma gerade im Kriegszustand befinden Habe mich ebenfalls aufgrund solcher Gedanken gegen ein Mitwirken entschieden. Ich habe nicht mit Bloggen begonnen, um die Welt zu verändern, sondern um u.a. Menschen zu unterhalten. Dennoch bin ich gespannt, wie die Verantwortlichen mit dem Ergebnis der Aktion umgehen werden… Ob die Blogger und ihre Leser in der westlichen Welt nicht eh in 99 % der Fälle bereits eine klare Meinung dazu haben und man so eigentlich keinen erreicht. Ich weiß es gerade einfach nicht. Eine Sache jedoch über die Maße zu pushen und andere gleichgeartete Dinge nicht einmal zu erwähnen das finden wir ist unmenschliche Heuchelei in Reinkultur. Wie gesagt alles kann man nicht packen, ein paar Dinge gehen, worin aber liegt die Logik begründet, wenn man sich eines herausgreift und weitaus höher gewichtet? Der beispielhafte Charakter? Wir reden doch von *Menschlichkeit*, oder? Uns schmeckt eben Individualität mehr, denn Uniformität und gerade dieser Umstand ist auch ein Zeichen gegen derlei Regime … Ich blogge doch nicht, um die Welt zu verändern. Außerdem haben wir schon genug gleichgeschaltete Medien in der Welt. […]

    Pingback by Basic Thinking Blog | Free Burma, Zwischenstand / Stimmen — 4. October 2007 @ 19:28

  12. […] Ich hatte auch einige Bauchschmerzen mit meiner Meinung nach ungerechtfertigter, zynischer Kritik, konnte die aber nicht wirklich formulieren. Dass hat mir jetzt creezy in einem Kommentar abgenommen: Ja. Jaaaaaa. Ich habe mich im Vorfeld sehr schwer getan mit der Aktion: […]

    Pingback by Verplant wie ich bin… at jecks juvenile journals — 4. October 2007 @ 22:39

  13. Blick zurück..

    Eigentlich ist es schade..Wie man hier nachschauen kann, habe ich gestern an der Aktion "Free Burma" teilgenommen. Dies war eine absolut freiwillige Aktion, an der jeder Blogger nach eigenem Gutdünken teilnehmen durfte oder eben auch nicht…

    Trackback by Verstand in Gefahr?! — 5. October 2007 @ 19:54

  14. Bin wegen deines Kommentars zu meinem Artikel dazu (http://www.css-petals.net/post/wo_ist_birma_.html9) erst auf deinen Artikel + Comic hier aufmerksam geworden! Ich finde das Comic sehr gelungen, da es “den wunden Punkt” der ganzen Sache sehr gut trifft.

    Natürlich ist es – wie jede Karikatur – überspitzt dargestellt & beleuchtet nicht die Tatsache, dass die Geschehnisse in Birma natürlich tragisch sind. Allerdings sind sie nicht die einzigen tragischen Geschehnisse auf dieser Erde, die aktuell sind. Aber (wie schon in meinem Artikel dargestellt) von den problematischeren Sachen will niemand hören, da dort das Konzept der “Schnellen Lösung” nicht mehr funktioniert. Für ein Land “far far away” wie Birma in 60 Sek. ein Banner auf die Website klatschen und dann “Gone in 60 Seconds” sein kann halt beinahe jeder. Sich mit der Vielschichtigkeit der Probleme in/mit China, Afrika oder (viel näher!) der eigenen Innenpolitik/dem innerdeutschen Sicherheitswahn auseinandersetzen kann & will eben nicht jeder. Exotisch anmutende Mönche in kräftigem Orange sind ja schließlich auch attraktiver anzuschauen als das ewig unfreundliche Gesicht des Herrn Schäuble.

    Ich finde es übrigens ganz schön erbärmlich, dass wir – weil wir uns mit dem Thema kritisch auseinandersetzen – sofort in die mantraartige Rechtfertigungsmühle gedrängt werden, in der wir immer wieder betonen müssen “dass die Geschehnisse in Birma natürlich tragisch sind, aber …”. Natürlich finden auch wir Kritiker die Geschehnisse tragisch! Nur weil man etwas kritisch hinterfragt, verliert man nicht gleich seine Menschlichkeit! Meine Güte!

    Comment by Tobias — 7. October 2007 @ 09:37

  15. Du hast vollkommen recht. Nur aufgrund eines Banners zu glauben, man hätte wirklich etwas für den Frieden in Burma getan ist falsch. ABER das Problem an deiner Argumentation ist, dass du keine konstruktiven Vorschläge nennst, was man als einzelner tun kann.
    Ich denke, wenn man sich als Blogger hinsetzt und Beiträge zu Burma schreibt, in denen man seine Meinung sagt, ist das ein Schritt in die richtige Richtung. Mir ist klar, dass diese Beiträge vielleicht höchstens eine Handvoll Personen lesen, aber immerhin.
    Es muss sich in einer so großen Welt nicht immer so unglaublich viel bewegen damit man sagen kann: Gut gemacht. Wenn man das tut was man als einzelner tun kann ist das genauso gut, als würde ein Politiker Frieden stiften (in der Theorie. Das das Politiker meist nicht tun ist eine andere Sache ;-)).
    Das Fordern von Angagement ist nur dann richtig, wenn man auch nach Angagement strebt. Das Streben nach Angagement ist auch dann richtig, wenn man es von anderen nicht fordert.

    In diesem Sinne,

    Markus

    Comment by Markus — 23. October 2007 @ 20:26

  16. […] Wie lächerlich die “Aktionen” der “Freiheitskämpfer” sind im Angesicht der ungleichen Dimensionen scheint die Mehrheit nicht zu bemerken. Christian und Peter haben in einer Karikatur den Blogger dargestellt, wie ich ihn auch sehe. Die Zeichnung verdeutlicht “den Bürger/die Bürgerin” in ihrer Hilflosigkeit, wie bereits gehabt. […]

    Pingback by Die Ursache von Gewalt - wollen wir sie wissen? — Rette sich, wer kann! — 22. July 2008 @ 23:31

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