28 Weeks Later

Geschrieben am 28. August 2007 | 3,338 × gelesen

28weeksIhr kennt sicherlich das Gefühl des Fremdschämens. Man beobachtet aussenstehend Personen und schähmt sich für deren Situation oder Dummheit. Man möchte sie die ganze Zeit lauthals anschreien: “Du Vollidiot, lass es!” ,weiss aber ganz genau, dass es nichts hilft und muss sich halt tatenlos weiterquälen.
Genau dieses Gefühl überkam mich, als ich mir den neuen Zombiblockbuster “28 Weeks Later” antat.
Wäre ich vor der Blödheit des Films gewarnt worden, hätte ich mir sicherlich vorher ein Beissholz gesichert oder Beruhigungsmittel eingeschmissen.

Spoiler! Dabei fängt der Prolog so zuversichtlich an. Eine beklemmende klaustrophobische Szene in einem kleinen Bauernhaus. Ein paar Überlebene sitzen in einer bizarren Situation zum Abendessen zusammen. Purer Psycho.
Dann kommt ein kleines Kind (schon klar, alles voll mit Zombies, aber Kinder gehen in Horrorfilmen ja grundsätzlich nicht drauf) zur Tür herein und berichtet davon, dass ihm tausende von Zombies auf den Hacken sitzen. Irgendeine Blöde Kuh, die das ja mal garnich glauben kann, muss mal einen Blick rauswerfen und wird (wie soll es anders kommen) gebissen und infiziert. Nur der feige Vater überlebt. (Wobei es eigentlich nur logisch ist aus einem Haus zu fliehen das voller Zombies ist.. naja)
Wie dem auch sei - Zeitsprung. 28 Wochen später soll im Kern Londons in einer “sicheren Zone” die natürlich von der US Army aufgebaut wurde der Stadtkern neu besiedelt werden.
Der Vater vom Anfang darf seine Gören wiedersehen und berichtet ihnen erstmal was so Sache ist:

28weekslater cartoon

Die Blagen laufen mal eben aus der sicheren Zone raus und finden in der Stadt ihre Mutter, die (welch Zufall) die einzig Virusresistente Überlebende ist. Anstatt den Kindern mal ordentlich eine zu ballern für ihre blöde Aktion, muss der Vater sich Vorwürfe anhören warum die Mami noch lebt, obwohl er gesagt hatte, die wär gefressen worden.
(Also das nächste mal lieber sicher gehen, ob die Alte auch wirklich tot is.)

Irgendwie muss die Story ja zusammengewurstet werden, was solls. Sie bringen die Mutter erstmal schön festgeschnallt in einen Sicherheitstrakt, um sie zu untersuchen:

28weekslater cartoon

Es stellt sich heraus, dass die werte Frau doch wohl ein bisschen sehr infiziert ist und den Virus in sich trägt. Anstatt sie jetzt aber sofort einzuäschern oder sie zumindest zu BEWACHEN während man darüber disskutiert wird sie festgeschnallt in dem kleinen Krankencontainer allein gelassen.
Kein Scherz… eine Infizierte, innerhalb der sicheren Zone und KEINE Wache.
Da der Vater auch noch ZUFÄLLIG der Hausmeister der ganzen Anlage ist, hat er logischerweise mit seiner Chipkarte auch Zugriff auf die Militärsicherheitsanlagen. (Logisch)
Nur weil seine Braut da angeschnallt auffer Bare hinter einem Beobachtungsfenster liegt, lässt er sich nicht aufhalten und schiebt ihr erstmal seine Zunge in den Hals.

Rummsdibumms, nach einer weiteren Verkettung unglaublich dummer Aktionen ist die gesamte sichere Zone infiziert und (gähn) die Blagen entkommen mit einer Militärärztin, während sie von ihrem Vater fliehen, der zu einer Art Lassiezombie mutiert ist und sie immer wieder überall in der Stadt aufspürt.

Auf dieser Flucht laufen die drei in die U-Bahn Station. Was soll man auch sonst machen? Ganze Stadt voll mit gehirnfressenden Zombies, dann geh ich mal dahin wo die Militärs sie nicht finden können, aber ich dafür nix sehen kann. Bewaffnet mit einem Nachtsichtgerät das handelsüblich einen Radius von etwa 30cm aufdeckt schleicht unser Trio jetzt durch die dunklen Gänge und die blöden Kinder, welche eigentlich schon (zu recht) in den ersten zehn Minuten des Films hätten draufgehen sollen, reissen wieder einen vom Leder:

28weekslater cartoon

Das war jetzt nur ein kleiner Auszug aus allen dummen Szenen im Film. Wer das ganez Spektrum erfassen will, dem empfehle ich eine Kiste Bier und starke Nerven.

14 Kommentare »

  1. hehe :D
    War auch sehr enttäuscht von dem Film. Die Szene mit dem Nachtsichtgerät war der Abschuss.

    Kommentar von Aaron — 28. August 2007 @ 04:29

  2. Du solltest öfter mal Filme erklären. Man kann die Menschheit vor manchen Machwerken gar nicht genug warnen.

    Kommentar von Christoph — 28. August 2007 @ 07:12

  3. […]  Es gibt Sachen, da ärgert man sich nicht wirklich, dass man sie verpasst hat (außer halt, falls man seinen Enkeln erzählen will, dass früher doch nicht alles besser war und man es damals mit eigenen Augen gesehen hat), bei anderen ist man auch nicht traurig, sondern erfreut sich an der  überspitzen Kurzfassung anderer. Und dann gibt es noch  Sachen, die hätte man doch gerne selber gesehen, ärgert sich über die unvorhandene Wiederholungsrate der Gebührenempfangssender (die verwursten doch sonst alles  tausendmal in den Dritten) und versucht dann dran zu denken, den Festplattenrekorder für die nächste Woche zu programmieren (hätte ich gestern auch machen können, wurde ja rechtzeitig drüber  informiert). Hab ich sonst noch was verpasst? Ich war ewig nicht im Kino, gibts da grad was tolles? […]

    Pingback von DonsTag » Mist, verpasst… — 28. August 2007 @ 09:43

  4. Hmmm… Bisher war ich immer nicht so glücklich über Spoiler, ich kann mich dann immer nicht zurückhalten, die zu lesen. In diesem Fall aber… =)

    Kommentar von Gerhard — 28. August 2007 @ 10:21

  5. Ich stimme Christoph vollkommen zu, von solchen Rezensionen muss es definitiv mehr geben! :D
    Den Film hab ich noch nicht gesehen aber jetzt werd ich ihn mir angucken nur um auf die erwähnten Stellen zu achten! ;)

    Großartig!

    Kommentar von Alex — 28. August 2007 @ 11:15

  6. “Wer das ganez Spektrum erfassen will, dem empfehle ich eine Kiste Bier und starke Nerven.”

    .. erinnert mich irgendwie daran, als ich bei 28 days later (sowas wie.. der erste teil??!!) im kino war und hinten in der letzten reihe irgendwelche midlife-crisis-typen meinten, sie müssten besoffen ins kino gehen. am anfang recht witzig aber irgendwann beginnen diese eigenartigen bemerkungen und beschimpfungen den schauspielern gegenüber zu nerven.. ganz ehrlich! ;)

    zum film:
    den kann ich mir wahrscheinlich sowieso nicht ansehen weil meine freundin .. naja.. frauen halt *g*

    Kommentar von *nicePiccolo* — 28. August 2007 @ 12:43

  7. Ich hatte dich gewarnt. Aber du hörst mir ja nie zu wenn wir am zocken sind.
    Ich doch gesagt der Film ist scheiße und voll bzw. debil zu ertragen. Oder aber man ist ne Fliege dann ist nach 0,7Seks wieder alles gut.

    Kommentar von Taron — 28. August 2007 @ 15:06

  8. Da krieg ich Schisser ja mal richtig Lust nen Horrorfilm zu gucken :)
    Lassiezombie find ich gut!

    Kommentar von Kurzi — 28. August 2007 @ 16:54

  9. YMMD :D

    Gibt’s nicht oft solche Filme wo man denkt, das so viel BLödheit nicht sein kann? Da hilfts eigentlich nur ein paar Bier zu trinken und dann drüber zu lachen. Und unter Alkoholeinfluss hat man den Film auch schneller wieder vergessen ;)

    Kommentar von PainiaX — 28. August 2007 @ 21:38

  10. Hihi,

    sehr schöner Link zur Wiki-Definition für Fremdschämen! *gg*

    Die Filmbeschreibung ist auch sehr nett. Ich bin kein Horror-Freak, daher hat sich der Reiz nicht gerade erhöht, diesen Film anschauen zu wollen.

    Kommentar von Ben — 30. August 2007 @ 00:47

  11. RESPEKT, dieser beitrag trifft den nagel auf den kopf!

    Kommentar von *moritzd.m — 31. August 2007 @ 11:58

  12. […] Filmkritik der besonderen Art bei Hayungs: Warum man 28 Weeks Later nicht sehen muss. Soziales Buchmarking:These icons link to social bookmarking sites where readers can share and discover new web pages. […]

    Pingback von Protokoll vom 01. September 2007 at Trackback — 1. September 2007 @ 18:10

  13. Heerrrlich ! sach ich nur…
    scheint ja ein ähnliches Stück filmgeschichte zu sein wie der gute Film “Down” :P
    schööööön

    Kommentar von Knopf — 4. September 2007 @ 16:19

  14. Wow! Großartig! Mehr davon!

    Kommentar von Flusskiesel — 4. September 2007 @ 17:00

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